Unter Ökostrom versteht man im Allgemeinen
Strom, der aus regenerativen Energiequellen stammt: Wasserkraft,
Windkraft, Sonne, Biomasse. Letztlich gehen alle diese Energieformen
auf die Kraft der Sonne zurück.
Wasserkraft - der Antrieb einer Turbine durch fließendes
oder aufgestautes Wasser - ist die älteste und am besten
erforschte Form der Gewinnung elektrischer Energie auf regenerativer
Basis. Allerdings ist ihr Potential auch schon am weitesten
ausgeschöpft und trifft zumindest in Deutschland wegen
seiner Eingriffe in den Naturhaushalt auf wachsenden Widerstand.
Windkraft ist die Energiequelle für Ökostrom mit
der stärksten Wachstumsrate in den letzten Jahren und
einem noch weitgehend unerforschten Potential für die
Zukunft. Hier besteht in Deutschland das Problem der Interessenkollision
mit dem Landschaftsschutz.
Sonnenkraft wird zur Erzeugung von Ökostrom heute vor
allem in Photovoltaikanlagen genutzt, die Sonnenlicht direkt
in Strom umwandeln. Es gibt aber auch Anlagen die solarthermisch
funktionieren, das heißt, die Wärme der Sonneneinstrahlung
wird durch unterschiedliche Methoden auf so hohe Temperaturen
gebracht, dass über einen Verdampfer eine Turbine angetrieben
wird. Verschiedene solcher Anlagen werden im Moment in südlichen
Ländern mit unterschiedlichem Erfolg getestet, versprechen
aber langfristig ein großes Potential bei der Erzeugung
von Ökostrom. In Deutschland ist für die Nutzung
dieser Technik die Sonneneinstrahlung zu gering und der Flächenbedarf
zu groß.
Die Stromerzeugung aus Biomasse ist wegen ihrer Konkurrenzsituation
zur Nahrungsmittelproduktion heute heftig umstritten. Wegen
der Möglichkeit der Kraft-Wärme-Kopplung ist sie
aber eine hocheffiziente und sehr umweltfreundliche Methode
zur Erzeugung von Ökostrom. Wenn es gelingt oben genannten
Konflikt zu entschärfen und Methoden zu entwickeln, die
nicht in direkter Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion
stehen (z. B. Verwendung von Holz), hat Biomasse sicherlich
ein ungeahntes Potential zur Produktion von Ökostrom. |